Neuigkeiten
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Liebe Freunde der Krippelkiefernmusik,
am 24. Juli 2010 laden wir Euch herzlichst zum diesjährigen Lokschuppenkonzert auf das Gelände des Eisenbahnvereins Schwarzenberg ein.
Für mehr Informationen bitte hier klicken -
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Liebe Freunde der Krippelkiefern,
Ich möchte euch noch einmal ganz herzlich für die Unterstützung danken, die ihr Salamatou und ihrer Familie habt zukommen lassen. Insgesamt konnte vom September 2009 bis zum Januar 2010 die stolze Summe von 1005 € nach Afrika überwiesen werden. 900 € davon entfielen auf eure Spenden. Das ist eine wirklich stolze Summe! Ich bin mir durchaus bewußt, dass es für viele keine leichte Sache gewesen ist, in den gegenwärtigen Krisenzeiten eine Gabe beizusteuern. So teilte mir ein guter Freund mit, er wolle in diesem Jahr zum Silvester auf die ganze Knallerei verzichten, da es wichtigere Dinge im Leben gebe, um sein Geld auszugeben. Kurze Zeit später steckte er mir diskret einen gute Summe Geldes zu, um auch persönlich etwas zu einer solchen wichtigen Sache beizusteuern.
Dass unser Land auf recht hohem Niveau zugrunde geht, wurde mir erst vor kurzem wieder klar und deutlich bewußt. Ganz kurzfristig bot sich für mich und Adeline die Möglichkeit, unsere Nichte und ihre Familie in Afrika persönlich zu besuchen. Drei Freunde begleiteten uns auf der dreiwöchigen Reise, die für uns alle ein großes Erlebnis wurde. Wir besuchten unsere Familie in ihrem neuen Domizil, das heißt eigentlich in ihrem ursprünglichen Zuhause, in Lokossa, einer kleinen Stadt in Benin, nur wenige Kilometer entfernt von der togolesischen Grenze; genau in dem selben Haus, in dem ich selber vor nun bereits fünfzehn Jahren lebte. Adeline hatte kofferweise Geschenke mitgebracht, die bereits am Tage unserer Ankunft an die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen im Haus verteilt wurden. Besonders erfreut waren die verschüchterte Salamatou und ihre Halbschwester über die beiden Puppen, eine blonde und eine schwarzhaarige, die Adeline aus Deutschland mitgebracht hatte. Doch sie mußten gut aufpassen, dass ihr kleine Bruder, von allen „Grand Frère” (großer Bruder) genannt, nicht dazukam, wenn sie gerade einmal eine Pause beim Frisieren ihrer Yovo-Puppen machten. Denn dann schlich sich der flinke Lauskerl gleich heran, um diese als Fußball zu mißbrauchen und auf den Puppenkörpern herumzubolzen, dass es ein allgemeiner Schrecken war. Auch die Krippelkiefern-T-Shirts, die ich in meinem Rucksack mitgenommen hatte, wurden ein großer Renner. Läßt sich seither ein Yovo (Weißer) in der kleinen Gartenkneipe sehen, die im Hof hinterm Haus wieder eröffnet wurde, dann wird natürlich sofort die Kriki-Weihnachts-CD aufgelegt. Ich selbst mußte mir das gute Stück während meines Aufenthaltes mindestens ein Dutzend mal anhören und nutzte sogleich die Gelegenheit, um den Gästen und Bediensteten einen typisch erzgebirgischen Dreiviertel-Hoppser-Tanz beizubringen. Leider hatte mein Kriki-Tanzbeutel keinen Platz mehr in meinem Marschgepäck gefunden. Das soll aber meinen „frommen Wunsch„, meine musikalische Missionstätigkeit möge auf fruchtbaren „Schnee gefallen” sein, keinen Abbruch tun. Nicht ganz so erfolgreich konnte sich ein weiteres Mitbringsel bewähren, nämlich der von Bergmann Fischi-Mischi ererbte und nun an die dritte Welt weitergegebene Rachermaa. Leider hatte mir Michael nicht verraten, dass das gute alte Stück ein Ausschußprodukt aus seligen DDR-Zeiten war. Der Raachermaa qualmte nämlich nicht aus dem Maul, weil das Abzugsloch am Hinterteil an der falschen Stelle aufgebohrt worden war. So kam es, dass Minis Räucher mit einem schattigen Verbannung auf dem Fernseher im Salon vorlieb nehmen mußte, wo er so lange auszuarten hat, bis ihm dereinst einmal der Qualm zum Kopf hinaufsteigen wird.
Es gebe noch eine Unmenge interessanter und auch nachdenklicher Geschichten von unserer Reise zu erzählen, z.B. über meinen Cousin Peter, der jede Gelegenheit nutzte, um sonnen, ein Unterfangen, das sich kein Einheimischer zutraut, aus Angst, einen Sonnenstich zu bekommen. Über das Schwein, das Thomas im Norden des Landes überfuhr und dann so schnell wie möglich mit seinen Mitfahrern am Straßenrand ablegte, um sich flugs aus dem Staub zu machen, wird er euch sicher selber gerne berichten. Ich bin sicher, dass man mir recht bald ein paar Reisebilder zukommen lassen wird, um sie euch in Bälde auf unserer Seite präsentieren zu können.
Vieleicht fragt ihr euch, was wohl der wichtigste und schönste Eindruck war, den wir auf unserer kurzen Afrikareise gewinnen durften. Das waren natürlich die vielen lachenden Gesichter, die uns begegnet sind. Schlechte Laune kennt man in Benin trotz der großen Armut im Lande kaum. Und auch die Enttäuschung des Wärters des roten Voodoo-Grigri-Turms in Porto Novo, eines ausgemachten Schlitzohrs, der auf unsere Kosten gehörig zechen gehen wollte, hat sich bestimmt wieder gelegt, wenn man ihm inzwischen nicht sein Museumsstück in die Luft gepustet hat, wie weiland Merlins Turm durch den Yankee an König Arthus' Hof.
Dass mir sogleich das Lachen verging, als ich in mein kaltes Vaterland zurückgekehrt war, wird euch gewiß nicht erstaunen. Denn was kann man schon von einem Land erwarten, bei dessen Außenminister sowieso alles für den Arsch ist. Ich hatte nämlich drei nette Briefe erhalten, die auf prompte Antwort harrten, einen guten und zwei schlechte. Zunächst einmal zum Inhalt der zwei schlechten: Das Finanzamt mahnte an, ich solle ihnen endlich meine Steuererklärung zuschicken und die Arge drohte mir mittlerweile zum x-ten Mal an, meine Bezüge streichen zu wollen, wenn ich ihnen nicht etliche Erklärungen, Quittungen, Dokumente usw. binnen acht Tagen zukommen lasse wolle. Die gute Mitteilung betrifft auch euch: Ab 1. Mai werde ich wieder mit den Krippelkiefern live Musik machen können, da meine auf Druck der Arge beantragte Arbeitsstrafmaßnahme über die Sommermonate erfolgreich abgelehnt worden ist. Etwas ganz Wichtiges hätte ich beinahe vergessen: Im Namen von Salamatous allen Unterstützern ein ganz großes Dankeschön. Am Tag der Abreise standen allen die Tränen in den Augen und Salamatou weinte, trotz unseres Versprechens, sie nicht zu vergessen und sie sobald wie möglich wieder einmal zu besuchen. Unterstützung für sie wird auch in Zukunft notsein.
Adeline und Stefan Sterni Mösch